12 Jahre - Hans Bradtmüller

Die Geschichte einer Familie in einer Stadt in Deutschland.

Die Lebenserinnerungen Hans Bradtmüllers, 1927 als Sohn einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters in Minden geboren, sind ein einzigartiges Zeitzeugendokument mit einem hohen Maß an Authentizität und Intensität, das mitunter auch schmerzhaft werden kann. Selten wertet Hans Bradtmüller in seinen Aufzeichnungen, die geschilderten Ereignisse, die sich so oder so ähnlich auch in allen anderen deutschen Städten in der Zeit des Nationalsozialismus zugetragen haben mögen, sprechen für sich. Der Verlust der humanen Orientierung auf der einen Seite, spürbar bis hinein in die eigene Familie, die ihren bedrängten Familienangehörigen nicht beistehen, aber auch Hilfsbereitschaft und Empathie für die Verfolgten auf der anderen Seite prägen die Mindener Gesellschaft dieser Zeit. Gerade auch diese Beispiele der Hilfsbereitschaft, ohne die Hans Bradtmüller und seine Mutter nicht überlebt hätten, zeigen, dass es auch im Nationalsozialismus Menschen gab, die den Mut hatten, gegen den rechten Mainstream aufzustehen.

Die andere Seite, auch diese wird immer wieder an konkreten Einzelschicksalen geschildert, Hass, Rassenwahn und ein ungezügelter Bereicherungs- und Vernichtungswille, wird immer wieder fast zurückhaltend dargestellt. So ist Hans Bradtmüller zum Chronisten geworden, gerade dies macht das Buch so wertvoll.

Sie erhalten das Buch im kleinen, aber feinen Bergmann-Verlag aus Borgholzhausen.

 

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